Die Wolfsschlucht

lasko103Die dritte Episode über Lasko – die Faust Gottes steht ganz im Zeichen der Ökumene. Der kleine Aljoscha, als Serbe vermutlich orthodoxen Bekenntnisses, findet im katholischen Ordenskloster selbstverständlich Asyl – eine sehr zeitgemäße Geste der Versöhnung angesichts des historisch eher gespannten Verhältnisses von Kreuzzugsorden und byzantinischer Christenheit. Bruder Lasko wiederum beweist seinen überkonfessionellen Horizont, indem er zur Rezitation des 7. Psalms auf die revidierte Übersetzung nach Martin Luther zurückgreift.

Spirituell thematisiert die Episode unter anderem das biblische Konzept der drei Evangelischen Räte. Zwar rekurriert Bruder Gladius in seiner Darlegung der Tugend der Keuschheit eindeutig auf die Lehren des Apostels Paulus, ironisiert sie jedoch derart feinsinnig, dass der Bezug beinahe nicht mehr ersichtlich ist. Auch die Tugend der Armut wird plastisch anhand der Abendmahlzeit (Brennesselsuppe) ins Bild gesetzt, wobei es sich hier den allgemeinen monastischen Maßstäben nach um ein fastenzeitliches Essen handeln dürfte.

Aus der Ordensgeschichte gibt es dieses Mal zu erfahren, dass der erste Stützpunkt des Pugnus Dei im Heiligen Land lag. Schon damals bewies der Geheimorden seinen Sinn fürs Unkonventionelle, indem er das Kloster vor den Toren Jerusalems gründete, anstatt wie etwa die Templer oder die Johanniter im Angesicht der sarazenischen Bedrohung einen Standort innerhalb Stadtmauern zu wählen.

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