Klare Herzenssache

herz

Ein Benediktiner, eine Zisterzienserin, eine Gemeindereferentin und ein Jesuit antworten auf die Frage: Wofür schlägt dein Herz? Es soll natürlich um geistliche Berufungen gehen im Jugendbereich auf dem Katholikentag. Vorausgesetzt wird, dass die Entscheidung für das Ordensleben ebenso wie für einen Beruf der Kirche vom Herzen getroffen wird. Und tatsächlich: Von einem kühl berechneten, logisch vorgegebenen Weg mit Gott erzählt hier niemand. Bruder Ignatius lernte sein Kloster beinahe zufällig durch ein Freiwilliges Soziales Jahr kennen. Martina Dautzenbergs Eltern wissen bis heute nicht so richtig, was sie für einen Beruf hat. Schwester Laetitias Herz schägt unter anderem auch für PS-starke Rennmotorräder. Und Pater Brauniggers persönlicher Weg mit Gott begann vor vielen Jahren ausgerechnet bei der hübschesten und nettesten Mitstudentin des ganzen Hochschuljahrgangs. Gleichermaßen Herzrasen verursachen allerdings bei allen vier die jeweiligen Kollegen im Ordens- oder Gemeindeleben – manchmal vor Ärger, manchmal vor Freude.

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Deine Mundart verrät dich!

kirchisch

Die Kirche spricht eine Sprache, die kaum noch verstanden wird. Selbst viele christliche Wörter aus der deutschen Sprache wirken heute exotisch, altertümlich oder missverständlich – Gnade, Heil, Sünde, Opfer… wie können wir noch verständlich machen, was wir eigentlich meinen? Denn einfach streichen lassen sich solche zentralen Begriffe des Glaubens nicht, finden auch die Veranstalter der Werkstatt „Sie sprechen kirchisch“, P. Bernd Knüfer, Regina Nothelle und Prof. Winfried Eberhard. Einen konkreten Lösungsvorschlag für die Sprachverwirrung haben sie allerdings nicht. Da geht jedesmal ein befreites Lachen durch das Auditorium, wenn ein weiterer Begriff fällt, den wir alle nicht so einfach erklären könnten. Beruhigend, dass es den anderen auch nicht anders geht! Oder nicht doch eher beunruhigend? Ein Impuls aus dem Publikum findet leider nur wenig Beachtung: Begriffe nicht erklären oder übersetzen, sondern wieder ganz praktisch erlebbar machen; barmherzig sein, statt Barmherzigkeit zu definieren.

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Das Feuer weitergeben

neymeyr

Mit Firmbewerbern und Neugefirmten aus ganz Deutschland traf sich im Rahmen des DKT der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr. Auf dem Leipziger Wilhelm-Leuschner-Platz erzählte er auf der Bühne von seiner Erfahrung als Ministrant und Pfadfinder im Zeltlager: „Nachts habe ich oft den Sternenhimmel beobachtet“, erzählt er und versteht seitdem, warum auch der Psalmist Gott angesichts der überwältigenden Schöpfung fragt: Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst? (Ps 8,5) Für die Firmanden geht es weiter mit Neuer Geistlicher Musik, Flashdating, Fürbitten per What’sApp und der Aufforderung: Seid Feuerstarter! Gebt das Feuer des Heiligen Geistes weiter, das die Firmung in euch entzündet!

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Von Mensch zu Mensch

fronleipzig

Das Hochfest des Leibes und Blutes Christi feierte Erzbischof Heiner Koch heute mit tausenden Katholiken auf dem Leipziger Augustusplatz. Anders als wenn Fronleichnam oft als streng konfessionelles, theologisch schwer verständliches und altertümlich wirkendes Fest erscheint, waren hier unter dem freien Himmel der Messestadt wirklich alle angesprochen. Ausdrücklich wandte sich Koch in seiner Predigt an die Menschen, die den christlichen Glauben nicht teilen und rief ihnen von Herzen zu: „Wagen Sie es mit Gott! Gott fragt jeden Menschen: Wo bist du? Antworten Sie ihm: Hier bin ich!“ Ob sein eindringlicher Appell auch wahrgenommen wurde? Zumindest die Sicheitskräfte auf den angrenzenden Dächern hatten beste Sicht auf ein Glaubenszeugnis, das in Leipzig bei weitem nicht zum Alltag gehört.

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Ein Netz für Gott

medien

Die Berliner Zeitung B.Z. interessiert sich für Geistliche, die im Internet unterwegs sind, und so auch für mein bescheidenes Blog. Viel Auswahl gab es demzufolge wohl nicht; Was allerdings auch die Frage aufwirft: Hat der durchschnittlicher Leser der B.Z. eigentlich einen Internetanschluss?

 

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Am Abgrund und weiter

legouffre

Le Gouffre“ ist ein frankokanadischer animierter Kurzfilm von 2014, dessen Produktion über ein Crowdfunding finanziert wurde. Dialog enthält die kurze Geschichte nicht, doch Bilder und Soundtrack erzählen umso eindrücklicher die dramatische Geschichte:

Zwei Wanderer gelangen an einen bodenlosen, meilenweiten Abgrund. Der Weg ist versperrt, weit und breit ist keine Brücke, kein Abstieg, kein Umweg in Sicht. Doch Aufgeben kommt für die beiden Freunde nicht infrage. Unter den skeptischen Blicken einiger benachbarter Siedler beginnen sie, eine neue Brücke zu bauen. Doch schließlich haben sie zumindest eine Felsnadel in der Mitte des Abgrunds erreicht. Unter dem Beifall der Siedler signalisiert ein Leuchgeschoss den vorläufigen Erfolg.

Die nächste Etappe wird noch schwieriger, denn der jenseitige Abhang liegt um einiges höher. Eine so gewagte wie fantastische Konstruktion soll die Freunde doch noch auf die andere Seite befördern. Im dramatischen Finale fassen sich endlich doch noch die Siedler ein Herz und packen mit an, wo sie können. Doch nur einer der beiden Freunde erreicht die andere Seite. Der andere stürzt in den Abgrund. Im letzten Moment feuert er dennoch seine Leuchtpistole als Zeichen des Sieges in den Nachthimmel.

„Le Gouffre“ eignet sich hervorragend als geistlicher Impuls oder Anregung zum Gespräch, weil er gerade keine eindeutige Botschaft vermittelt. Die Geschichte, die ganz zentral um Scheitern und Gelingen kreist, bleibt mehrdeutig: Hat es sich für die Wanderer gelohnt, das Wagnis einzugehen? War es das wert? Sind die Siedler am Ende betrogen, wenn das Leuchtfeuer in der Ferne ihnen Mut macht? Oder ist gerade das die noble Geste, die eine scheinbar endgültige Niederlage in eine Heldentat verwandelt?

Le Gouffre, Kanada 2014
Originaltitel: Le Gouffre

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Echter Pinguin-Klassiker

vicar

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